Julia Frey

Julia Frey, geb. 1994 in Buchen, studiert im 8. Semester freie Kunst an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft. Ihre Arbeit befasste sich drei Jahre lang mit dem Begriff der Oberfläche und deren Behandlung, sowie ihrer Lebendigkeit und einer möglichen Autonomie. In dieser Zeit entstanden Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte und abstrakte Skulpturen die sich mit ihrer fluktuierenden Oberfläche zwischen Formation und Auflösung bewegen. Künstlerin 686gallery

Über das Projekt: Das Werk beschäftigt sich mit dem Gedanken an eine lebendig wirkende Oberfläche, die sich unabhängig ihres Lebensquells, selbst zu erhalten scheint. Die Bewegung, die sich mal stärker mal schwächer abzeichnen, erinnern zunächst an eine Atembewegung. Bei längerer Betrachtung, erschließt sich sowohl visuell, als akustisch, ein mechanischer Rhythmus, der den lebendigen Eindruck verdrängt. Durch das künstliche Zusammenführen des menschlichen Haars und eines mechanischen Antriebes, entsteht ein Objekt das dem humanoiden Gedankenkonstrukt unterliegt. Im Gegensatz zu den Grundsätzen der Humanoiden Vorstellung, ein Leben zu erschaffen, das äußerlich und in seinen Fähigkeiten einem Menschen ähnelt, ist hier eine Reduktion auf ein gestaltloses Abstraktum zu sehen. Es besitzt keine eigenständige Form und scheint durch den Glaskasten nur wie durch ein Exoskelett gehalten zu sein. Das Menschliche Haar besitzt in seiner Masse, getrennt vom menschlichen Urspruch, die Eigenschaft die Erinnerung an Leben, als auch den Tod hervorzurufen. Mit der Verbindung eines mechanischen Apparates zu einer neuen Existenz, entfaltet das Haar diese Dualität, da sie zunächst über den künstlichen Kern hinweg täuschen können und durch eine allmähliche Transformation wieder zur toten Materie werden.